CO2 Verringerung schafft milliardenschwere Tatsachen

CO2 Verringerung schafft milliardenschwere Tatsachen

Bis 2050 will die EU klimaneutral werden. Damit dieses ambitionierte Vorhaben gelingen kann, ist vor allem die Wirtschaft gefragt. Ein Umstand, der schon jetzt sowie in den vergangenen Jahren Tatsachen schafft – milliardenschwere Tatsachen. Denn bereits jetzt geben die Unternehmen in Europa dreistellige Milliardenbeträge aus, um den Klimazielen zuzuarbeiten. Und auch um sich im Lichte sich daraus ergebender Marktchancen, möglichst vorteilhaft zu positionieren.

Kollektiv gaben knapp 900 europäische Unternehmen im Jahr 2019 124 Milliarden Euro für Neu-Investitionen in Klimaziele aus. Diese Ausgaben verteilten sich auf Investitionen in CO2 arme Technologien wie E-Mobilität (rund 59 Milliarden). Weitere 65 Milliarden Euro flossen in Forschung und Entwicklung. Erhoben wurde diese Zahlen durch die Non-Profit-Organisation CDP (Carbon Disclosure Project) aus Paris. Das CDP sammelt Daten zu Emissionen und Klimastrategien von Unternehmen. Doch bevor alle Gelegenheit hatten, in kollektives Schulterklopfen auszubrechen, wies das CDP auch darauf hin, dass für das EU-Ziel der Klimaneutralität 2050 die Bemühungen noch lange nicht ausreichen würden.

Deutsche Unternehmen stemmen den größten Anteil

Aus deutscher Sicht war zumindest erfreulich, dass deutsche Unternehmen mit einem Anteil von 44,4 Milliarden Euro an den besagten 124 Milliarden Euro den größten Beitrag leisteten. Dieser verteilt sich auf 69 deutsche Unternehmen, wie Adidas, BASF, BMW, die Deutsche Bahn, Eon, Hochtief, SAP und VW. Unternehmen aus Spanien (37,9 Milliarden Euro) und Italien (24,3 Milliarden Euro) leisteten am zweit- und am drittmeisten.

Bei der Frage, ob die EU ihre Klimaziele erreichen kann oder nicht, wird es stark auf Bemühungen ganzer Branchen ankommen. Das Investitionsniveau ist jedoch immer noch zu niedrig. Um das ehrgeizige EU-Klimaziel der Emissionsfreiheit bis 2050 zu erreichen, müssten die Investitionen in kohlenstoffarme Technologien rund doppelt so hoch ausfallen, wie sie es gegenwärtig tun. Sie müssten von 59 auf 122 Milliarden Euro pro Jahr gesteigert werden.

Doch dass diese Dynamik zunächst eher schleppend vorangeht, ist auch normal, da Entwicklung und Forschung Zeit brauchen und sich die neuen Markt Gelegenheiten erst mal konkretisieren müssen. Sowie diese da sind, wird auch investiert werden. Denn dann locken die Gewinne im Ringen um neue Märkte und Marktchancen. Etwas, was zum Teil jetzt schon beginnt, wenn man die entsprechenden Investitionen von Tesla oder VW in Deutschland bedenkt.