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Klepsch: Großes Gefälle zwischen Rhetorik und Wirklichkeit bei Kultusministerin Kurth – Berufs- und Studienorientierung

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(BWP) Zur Forderung der Kultusministerin nach einer besseren Abstimmung der Maßnahmen zur Berufs- und Studienorientierung erklärt Annekatrin Klepsch, Sprecherin für Hochschul- und Wissenschaftspolitik sowie stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE: 

Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Wenn Frau Kurth feststellt, dass es nicht am mangelnden Engagement liege, sondern an mangelnder Abstimmung unter den zahlreichen Akteuren in der Berufs- und Studienorientierung, dann sollte sie endlich ihrer Verantwortung als Ministerin nachkommen und handeln. Voriges Jahr erst hatten das Kultusministerium und der Regionaldirektion Sachsen der Bundesagentur für Arbeit eine Landesförderkonzeption „Erfolgreicher Übergang Schule-Beruf“ für den Berufsorientierungsprozess und die Förderung von Berufsorientierungsmaßnahmen bis zum Jahr 2020 unterzeichnet.

„Diese Investitionen in Millionenhöhe“, tönte die Kultusministerin, „zeigen, wie sehr uns dieses Thema am Herzen liegt. Wir wollen mit allen Maßnahmen gemeinsam erreichen, dass wir jeden einzelnen Schüler individuell auf seinem bestmöglichen Weg in das Berufsleben begleiten und unterstützen können“. Ein Jahr später sind mehr als 4000 Lehrstellen noch unbesetzt. Das Beispiel zeigt, wie groß das Gefälle zwischen der politischen Rhetorik und der Wirklichkeit ist.

Und die Polemik gegen einen angeblich zu hohen Akademisierungsgrad kann sich die Ministerin sparen. Auf der einen Seite wirbt die Staatsregierung mit einer Hochschulkampagne wie „Pack dein Studium“ um Studierende, auf der anderen will die Kultusministerin die Zahl der Studierenden begrenzen. Das zeugt von mangelnder Abstimmung zwischen den Ministerien.

In Erinnern gerufen sei Frau Kurth auch der Wandel in der Arbeitswelt, auf den die Schule zu reagieren hat. So stellte Präsident des Instituts für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen, Franz Lehner, nach Veröffentlichung der PISA-Studie aus dem Jahr 2000 fest: „Das dreistufige Schulsystem reflektiert die Arbeitswelt des frühen Industriezeitalters und die von jeder Arbeitswelt weit entfernte Ideologie eines im Aussterben begriffenen Bildungsbürgertums und passt deshalb überhaupt nicht in die moderne wissensbasierte Volkswirtschaft. Es zwingt Kinder viel zu früh in feste und unflexible Bildungsverläufe, statt ihnen die Voraussetzungen und die Möglichkeiten für das flexible, lebenslange Lernen zu vermitteln."

Kontakt:
Marcel Braumann
Pressesprecher
Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag
Bernhard-von-Lindenau-Platz 1
01067 Dresden
Tel.: (0351) 493 5823
Fax: (0351) 496 0384
Handy: 0171 / 89 83 985

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