Keine Entwarnung bei befristeten Beschäftigungsverhältnissen

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(BWP) Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Befristung von Arbeitsverträgen in MV“ (6/3095) erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster:

„Bei befristeten Beschäftigungsverhältnissen kann keine Entwarnung gegeben werden. Zwar ist ihre Zahl von 95 000 im Jahre 2010 auf 73 000 im Jahre 2012 zurückgegangen. Dies ändert nichts daran, dass 53 Prozent aller Neueinstellungen im ersten Halbjahr 2012 befristet erfolgten (Bund 44 Prozent). Vor allem junge Menschen werden nach Ausbildungsabschluss befristet eingestellt, auch 2012 stellten sie mit 24,8 Prozent die größte Gruppe dar. Das bringt eine große Planungsunsicherheit für die jungen Leute, die deshalb oft woanders ihr Glück suchen. Mit Blick auf die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist diese Einstellungspraxis inakzeptabel. MV braucht dringend ausgebildete junge Menschen. 

Auch die Aussichten, nach dem Auslaufen der Befristung eine unbefristete Anstellung zu bekommen, sind eher trübe. Von den 17 000 Beschäftigten, deren befristete Arbeitsverhältnisse Mitte 2012 ausliefen, erhielten 44 Prozent erneut ein befristetes Arbeitsverhältnis, lediglich 34 Prozent erhielten eine Entfristung. Nicht erst seit einer Umfrage der IG Metall, bei der 2013 knapp 90 Prozent der Befragten einem unbefristeten Vertrag oberste Priorität einräumten, ist ein sicherer Arbeitsplatz zweifellos der wichtigste Grund, im Land zu bleiben.

Mehr als ein Drittel aller befristeten Arbeitsverhältnisse wurden 2012 ohne Angabe eines Sachgrundes geschlossen und nicht etwa wegen Urlaubs-, Kranken- oder Schwangerschaftsvertretung gerechtfertigt. Diese Form der Befristung muss endlich abgeschafft werden, sechs Monate Probezeit reichen, um eine Eignung einzuschätzen. Wir fordern seit langem, dass die Landesregierung entsprechend aktiv werden muss. Leider ist die auch von der SPD versprochene Reform des Teilzeit- und Befristungsgesetzes mit der Großen Koalition in Berlin kein Thema mehr. Daher sollte sich auch die SPD-Arbeitsministerin Hesse an ihr Wahlprogramm erinnern und sich bei ihren Kolleginnen und Kollegen in Bund und Land dafür stark machen, dass die ausufernden Befristungen endlich eingedämmt werden.“

Claudia Schreyer
Pressesprecherin
Fraktion DIE LINKE im Landtag M-V
Lennéstr. 1, 19053 Schwerin
Tel.: 0385-5252502 Fax: 0385-5252547
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