Gajek: Euphorie über Arbeitsmarktentwicklung ist nicht angebracht

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Gajek: Euphorie über Arbeitsmarktentwicklung ist nicht angebracht Silke Gajek - gruene-fraktion-mv.de
(BWP) Heute haben Sozialministerin Birgit Hesse und die Vorsitzende der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, Bilanz für den Arbeitsmarkt in M-V gezogen. Dazu erklärt Silke Gajek, sozial- und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion:

„Arbeit zu haben, dazu zu gehören - das ist eine ganz wesentliche Voraussetzung für Integration und gesellschaftliche Teilhabe – und zwar für alle Menschen. Das gilt ausnahmslos und für jeden Einzelfall und betrifft sowohl die knapp 30.000 langzeitarbeitslosen Menschen in unserem Bundesland wie auch die neu zu uns gekommenen Geflüchteten. Insofern kann ich die heute von der Regionaldirektion Nord und der Sozialministerin vorgetragene Einschätzung, dass 2015 unter Arbeitsmarktsgesichtspunkten ein überaus erfolgreiches Jahr gewesen sei, nur bedingt teilen. Eine grundlegende Lösung zur Überwindung der verfestigten Strukturen der Langzeitarbeitslosigkeit sehe ich nicht. Für die Erprobung des sozialen Arbeitsmarktes fehlt es der Landesregierung seit Jahren an Mut. Stattdessen werden die vor allem demografisch bedingten Effekte rückläufiger Arbeitslosenzahlen zu Erfolgen hoch stilisiert", kritisiert Gajek.
 
Im Hinblick auf die Integration geflüchteter Menschen in Ausbildung und Arbeit spricht sich Gajek für die Schaffung einer „tragfähigen Willkommensinfrastruktur“ aus. „Geflüchtete Menschen dürfen nicht in irgendwelchen Sondermaßnahmen geparkt werden, sondern müssen so rasch wie möglich die betriebliche Praxis kennenlernen. Flankierende, aufeinander aufbauende Deutschkurse sind dabei absolut unerlässlich. Ganz wichtig bei all diesen Angeboten ist ihre Anschlussfähigkeit“, unterstreicht Gajek. Sie plädiert dafür, in die Talente und in die Potenziale der Menschen investieren. Dazu sei auch der konsequente Abbau bürokratischer und rechtlicher Hürden erforderlich. Als Beispiel nennt Gajek sichere Bleibeperspektiven: „Ein Großteil der Geflüchteten ist jünger als 25 Jahre. Sie sind hoch motiviert – eine Berufsausbildung kann ihnen Perspektiven bieten. Auch für viele Unternehmen in unserem Bundesland ist das von Interesse. Allerdings ist eine sichere Bleibeperspektive dafür eine wichtige Voraussetzung. Wenn Betriebe und Flüchtlinge jedes Jahr eine Abschiebung befürchten müssen, ist das keine tragfähige Basis für eine gelungene Integration.“

Quelle: gruene-fraktion-mv.de

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