Sachsen-Anhalt verzeichnet Export-Rekord / Unternehmen trotzen internationalen Krisen / Wirtschaftsminister Willingmann stellt Außenwirtschaftsbilanz 2017 vor

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Sachsen-Anhalt verzeichnet Export-Rekord / Unternehmen trotzen internationalen Krisen / Wirtschaftsminister Willingmann stellt Außenwirtschaftsbilanz 2017 vor Armin Willingmann - mw.sachsen-anhalt.de - Ministerium für Wirtschaft Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen Anhalt - Andreas Lander
(BWP) Sachsen-Anhalts Unternehmen haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von 15,44 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Der Warenwert stieg im Vergleich zum Vorjahr um knapp vier Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990. Das geht aus der Außenwirtschaftsbilanz 2017 hervor, die Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann am Dienstag in Magdeburg präsentiert hat. „Die eindrucksvolle Außenhandelsbilanz belegt, dass sich die Wirtschaft unseres Landes gut entwickelt und international wettbewerbsfähiger geworden ist“, erklärte Willingmann. „Trotz zahlreicher Krisen weltweit ist es unseren Unternehmen gelungen, neue Absatzmärkte zu erschließen und die internationale Präsenz zu steigern.“

Von größter Bedeutung ist für die heimischen Exporteure weiterhin der Handel innerhalb der Europäischen Union. Rund 78 Prozent aller Waren wurden in europäische Nachbarländer geliefert, nur knapp 12 Prozent gingen nach Asien und 7,5 Prozent nach Amerika. Das spiegelt sich auch im Ranking der zehn wichtigsten Exportländer wider: Die meisten Waren aus Sachsen-Anhalt wurden wie in den vergangenen Jahren nach Polen verkauft: im Gesamtwert von deutlich über 1,5 Milliarden Euro. Weitere wichtige Zielmärkte waren Großbritannien, Niederlande, Frankreich, Österreich und Italien. China und die USA folgten im Ranking auf den Plätzen acht und neun mit Exportvolumina von rund 778 beziehungsweise 766 Millionen Euro.

Erfreut zeigte sich Willingmann auch über die Entwicklung des Außenhandels mit Russland: Trotz bestehender Sanktionen für ausgewählte Güter lieferten Unternehmen aus Sachsen-Anhalt im Jahr 2017 Waren im Wert von rund 342 Millionen Euro dorthin – dies entspricht einem Anteil von  2,2 Prozent des Gesamtexports aus Sachsen-Anhalt. Der Warenwert stieg im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Prozent und nähert sich damit dem Vorkrisen-Niveau des Jahres 2013 an (2,9 Prozent). Im Ranking der Exportpartner liegt Russland auf Platz 14. „Die Bilanz bestätigt das seit geraumer Zeit bestehende Niveau der Russland-Exporte aus Sachsen-Anhalt. Trotz beiderseitig verhängter Sanktionen gibt es – sowohl bei uns im Land als auch deutschlandweit – Zuwächse im Warenhandel. Gesamtwirtschaftlich freilich – wie schon seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts – bewegt sich der Anteil des Exports in überschaubarem Rahmen “, erklärte Willingmann. 

Einfuhren legen kräftig zu

Ein deutlicher Zuwachs war 2017 auch bei den Einfuhren nach Sachsen-Anhalt zu verzeichnen. Der Wert der Importe legte im Vergleich zum Vorjahr um 10,3 Prozent auf 16,3 Milliarden Euro zu – ebenfalls ein Rekordwert in der Außenhandelsgeschichte Sachsen-Anhalts. Anders als bei den Exporten fallen bei den Importen die Einfuhren (insbesondere von Erdöl und Erdgas) aus Russland mit einem Warenwert von mehr als 3,5 Milliarden Euro besonders ins Gewicht. Im Ranking der wichtigsten Importländer folgen nach Russland die Niederlande, China, Polen und Frankreich.

Mit Blick auf die Export- und Import-Bilanz (15,44 Milliarden Euro/16,3 Milliarden Euro) ergibt sich für die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt unterm Strich für das Jahr 2017 ein Handelsbilanzdefizit von rund 900 Millionen Euro. Aus Sicht des Wirtschaftsministers ist dies jedoch nicht zwingend eine schlechte Nachricht. „Höhere Importe, etwa von Öl oder weiteren Rohstoffen, stehen häufig im Zusammenhang mit einer höheren Produktion der heimischen gewerblichen Wirtschaft“, so Willingmann. Insofern gebe es keinen Grund zur Beunruhigung.

Willingmann kritisiert US-Strafzölle

Deutlich kritischer sieht der Minister dagegen die Bestrebungen der US-Regierung, den eigenen Markt abzuschotten und Strafzölle auf Stahl, Aluminium oder Autos zu erheben. „Noch nie ist es einer Regierung gelungen, die heimische Wirtschaft dauerhaft mit Strafzöllen zu schützen“, erklärte Willingmann. „Zölle sind Gift für den Welthandel und gefährden allerorts den Wohlstand. Und sie treffen früher oder später auch Verbraucher.“ Sollte US-Präsident Donald Trump nicht von seinem Vorhaben abrücken, bliebe der Europäischen Union nichts anderes übrig, als empfindliche Gegenmaßnahmen zu ergreifen. „Ich hoffe jedoch, dass es soweit nicht kommt, denn Handelskriege kennen im Regelfall nur Verlierer. Auch wenn dies der US-Präsident offenbar anders sieht.“

Für Sachsen-Anhalt wäre ein Handelskonflikt mit den USA von Nachteil. Im vergangenen Jahr lieferten Unternehmen aus Sachsen-Anhalt Waren im Wert von 766 Millionen Euro in die Vereinigten Staaten, darunter pharmazeutische Produkte, Kupferlegierungen und Glas. Gegenwärtig belegen die USA Platz neun im Export-Ranking. Bei den Importen spielen die USA bislang eher eine untergeordnete Rolle, zuletzt wurden Waren im Wert von 167 Millionen Euro nach Sachsen-Anhalt eingeführt.

Unterstützung für Außenhandelsaktivitäten der Unternehmen

In den kommenden Jahren will die Landesregierung die heimische Wirtschaft bei ihren Außenhandelsaktivitäten weiter tatkräftig unterstützen. Ziel ist es insbesondere, Marktzugangsmöglichkeiten für hiesige Unternehmen zu erleichtern. Für dieses Jahr plant Wirtschaftsminister Willingmann Delegationsreisen in die USA, nach China und Russland. Darüber hinaus will der Minister die Messeförderung reformieren. Geplant sind unter anderem die Einführung von Pauschalen in der Messeförderung sowie eine spürbare Entbürokratisierung des Förderverfahrens. Die neue Messeförderung soll vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Sachsen-Anhalt zugute kommen, die sich Präsentationen auf internationalen Messen sonst kaum finanziell leisten könnten. Am 10. April findet außerdem der Außenwirtschaftstag 2018 statt, bei dem es um internationale Partnerschaften in der Wirtschaft und Wissenschaft gehen wird.

Quelle: Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt

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