Weniger Unternehmensinsolvenzen in 2015 / Aber: Deutlicher Anstieg der Gläubigerforderungen

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Weniger Unternehmensinsolvenzen in 2015 / Aber: Deutlicher Anstieg der Gläubigerforderungen pixabay.com
(BWP) Die Unternehmensinsolvenzen im Saarland gehen seit 2012 stetig zurück. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes wurden 2015 insgesamt 307 zahlungsunfähige Unternehmen gemeldet, das sind 15 Verfahren oder 4,7 Prozent weniger als im Vorjahr und bedeutet den niedrigsten Wert seit 2002.
 
Eine Relativierung erfährt diese positive Nachricht allerdings insoweit, als trotz der abnehmenden Fallzahl ein kräftiger Anstieg der Gläubigerforderungen um 75 Prozent auf 122 Mio. Euro stattfand und auch die Zahl der betroffenen Arbeitnehmer um 56 Prozent auf 1 841 angestiegen ist. Für beides sind maßgeblich Großinsolvenzen verantwortlich; alleine bei der Handvoll Fälle mit Gläubigerforderungen von mehr als 5 Mio. Euro summierten sich die Außenstände auf fast 70 Mio. Euro, genauso viel wie im Vorjahr insgesamt geltend gemacht worden waren.

Während sich in gewichtigen Sektoren wie dem Verarbeitenden Gewerbe (- 27 % auf 30 Verfahren) oder dem Handel (- 18 % auf 50 Verfahren) deutliche Abnahmen zeigten, gab es auch Bereiche wie die Informations- und Kommunikationsbranche, wo deutliche Zunahmen (+ 120 % auf 11 Verfahren) zu verzeichnen waren. Wie bereits im Vorjahr zählte aber das Baugewerbe (- 5 % auf 60 Verfahren) die meisten Insolvenzen.

Gegliedert nach Rechtsform ist unter den gescheiterten Firmen die Gruppe „Einzelunternehmen, Freiberufler, Kleingewerbetreibende“ mit 158 Insolvenzen (- 11 %) weiter an der Spitze, gefolgt von der GmbH mit 131 Fällen (- 1 %).

Der Anteil der beantragten Fälle, bei denen vom Gericht in der Folge auch das eigentliche Insolvenzverfahren eröffnet wurde, lag 2015 bei etwas über zwei Drittel (69 %). Nur bei Verfahrenseröffnung besteht für die Gläubiger die Aussicht auf eine zumindest teilweise Befriedigung ihrer Forderungen; in den mangels Masse abgewiesenen Fällen muss dagegen von einem Totalverlust ausgegangen werden.

Im nicht gewerblichen Bereich, bei den Verbraucherverfahren, war im Saarland 2015 ein - wenn auch nur geringfügiger - Anstieg um 0,3 % auf 1 514 zu vermelden. Bundesweit zeichnet sich für die Privatinsolvenzen dagegen ein deutlicher Rückgang ab; bis Ende November wurden mit 73 532 Verbraucherverfahren 7,7 % weniger gemeldet als im Vorjahreszeitraum. Und auch bei den Unternehmen (21 269 Verfahren) errechnete sich für die ersten 11 Monate ein Rückgang um 3,9 Prozent.

Quelle: lzd.saarland.de

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