Vorbildliche Arbeitsorte in der Stadt: Zehn Bauwerke in NRW ausgezeichnet

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Vorbildliche Arbeitsorte in der Stadt: Zehn Bauwerke in NRW ausgezeichnet Michael Groschek - nrwspd.de
(BWP) Die Preisträger des Wettbewerbs „Vorbildliche Arbeitsorte in der Stadt“ stehen fest. Die zehn Sieger-Bauwerke stehen in den Kommunen Bielefeld, Bonn, Düsseldorf, Hilden, Köln und Siegen. Prämiert werden Gebäude und Gebäudekomplexe aus den Bereichen Gewerbe, Produktion, Handwerk, Handel, gewerbliche Dienstleistungen sowie Mischnutzungen. Das Stadtentwicklungsministerium hatte den Preis in Kooperation mit der Architektenkammer NRW, der Industrie- und Handelskammer Nordrhein-Westfalen und dem Westdeutschen Handwerkskammertag erstmals ausgelobt. Aus 39 eingereichten Projekten wählte eine unabhängige Jury die insgesamt zehn vorbildlichen Bauten als Preisträger aus.

Arbeitsorte haben oftmals den Ruf, praktisch, aber wenig attraktiv zu sein. Dass in den letzten Jahren durchaus neue, architektonisch herausragende und städtebaulich gewinnbringende Bauwerke in diesem Bereich in Nordrhein-Westfalen entstanden sind, beweisen die Siegerprojekte. „Wir wollen zeigen, dass Arbeitsorte nicht zwingend an die Ränder der Städte geplant werden müssen, sondern Bestandteil unseres städtischen Lebens sein können“, erklärte Bauminister Michael Groschek. „Es soll deutlich werden, dass auch Gewerbestandorte in vielerlei Hinsicht einen Beitrag zur Stadt- und Quartiersentwicklung sowie zur Planungs- und Baukultur leisten können und sollen.“

Mit der Auszeichnung werden Bauten in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt, die ansonsten wenig Beachtung finden. „Mit dem Preis möchten wir den Blick auf herausragende Gewerbebauten lenken, die nicht nur ansprechend gestaltet sind, sondern auch ideal ins Stadtbild passen“, erläuterte der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, Ernst Uhing. „Diese Bauwerke sind zugleich Visitenkarte der Unternehmen, inspirierender Arbeitsplatz für die Beschäftigten und ein Gewinn für unsere Städte.“

Für das Verfahren konnten Neubauten, Modernisierungen, Restaurierungen, Umstrukturierungen und Umbauten eingereicht werden. Die Objekte mussten in NRW liegen und zwischen dem 1. Oktober 2011 und dem 30. September 2016 fertig gestellt worden sein. Der Vorsitzende der unabhängigen Jury, Professor Johannes Ringel, sagte anlässlich der Auszeichnung: „Aus den Einreichungen konnten wir eine spannende Mischung unterschiedlichster Bauten diskutieren. Wichtig war uns die gelungene Einbindung von Gewerbebauten in den urbanen Kontext, ohne dabei die Qualität der Gestaltung und die Funktionalität aus den Augen zu verlieren.“ Weitere wichtige Bewertungsmerkmale waren die Gestaltung der Freiflächen im Umfeld der Gewerbestandorte sowie die ökologisch-energetische Qualität. „Das Ergebnis zeigt einen guten Querschnitt vorbildlicher Gewerbeobjekte in Nordrhein-Westfalen“, fasste Professor Ringel zusammen.

Die Auszeichnung erfolgt durch die Verleihung einer Urkunde und einer Gebäudeplakette im Rahmen einer öffentlichen Preisverleihung am 6. März 2017 im Museum K21 in Düsseldorf. Die ausgezeichneten Objekte werden anschließend in einer Broschüre und einer Ausstellung dokumentiert.

Folgende Projekte wurden ausgezeichnet:

Technologie- und Bildungszentrum für Energieeffizienz und Barrierefreiheit, Köln (SSP SchürmannSpannel AG)

Das TBZ ist mit seiner Lage an der Hugo-Eckener-Straße ein vorbildlich gestalteter Auftakt für das Gewerbegebiet Butzweiler Hof sowie das bestehende Ausbildungszentrum der IHK und trägt sehr zur Integration des Areals bei. Die städtebauliche Qualität besteht insbesondere in der Ausbildung eines gemeinsamen Platzes und Zugangsbereichs von Neubau und Gebäudebestand.

Wohn-und Geschäftshaus Beuel Mitte, Bonn- Beuel (BauWerkStadt)

Als Ersatz für baufällige Altbauten und untergenutzte Flächen im Blockinnenbereich entstandener Neubaukomplex. Funktionsmischung aus Supermarkt, Arztpraxen, Anwaltskanzlei und Wohnungen.

Gute städtebauliche Einfügung und innenstadttypisch hohes Maß an urbaner Dichte.

Revitalisierung der denkmalgeschützten Stadtvilla W24A, Hilden

(Christof Gemeiner Architekten BDA )

Büronutzung/Architekturbüro (Eigennutzung durch den Architekten). Mit dem Projekt wurde Leerstand direkt am Rande der Hildener Innenstadt beseitigt. Dabei ist es dem Architekten gelungen, das Gebäude unter Herausarbeitung der historischen Bedeutung des ehemaligen Wohn- und Bürogebäudes eines Fabrikationsbetriebs denkmalgerecht zu revitalisieren. Die Arbeitsplätze profitieren zum einen durch die Nähe zur Innenstadt, zum anderen wird den Mitarbeitern eine hohe Arbeits- und Aufenthaltsqualität geboten. Das Angebot einer Vollküche, eines Ruheraums, eines Fitnessraums, einer Bibliothek sowie von Außenbänken im Hof wird als bemerkenswert beurteilt.

Bürogebäude mit Supermarkt, Bielefeld (Architekten Wannenmacher + Möller GmbH)

Verbindung von Einzelhandel und Büronutzung. Insgesamt lässt insbesondere die Möglichkeit der flexiblen Grundrissgestaltung die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze sowohl im Einzelhandel als auch in der Büronutzung zu, was ebenso durch eine zeitgemäße Innenraumgestaltung sehr gut gelingt.

decK1, LH612, DEINspeisesalon des Kontrastwerkes, Köln (raumwerk.architekten)

Die Projekte im Kontext eines neu entwickelten Gewerbehofs auf einer ehemaligen bahneigenen Fläche zeigen, wie ein Gewerbebestandsgebiet auf kreative Weise umgebaut und weitergebaut werden kann.

Insgesamt ist der Ansatz dazu geeignet, ältere Gewerbegebiete auf kreative Weise weiter zu entwickeln und zu modernisieren. Sie bieten dann auch Raum für neue Formen der Produktion, Dienstleistung und des Handwerks. Umbau und Weiternutzung des Bestandes sind auch unter Ressourcenschutz-Aspekten (Energie, Fläche, Material) als vorbildlich zu würdigen.

Neugestaltung 1LIVE, Köln (WDR, HA Gebäudewirtschaft)

Die Rückkehr von Kreativarbeitsplätzen in die Innenstadt wurde durch die Umnutzung von Büroflächen in einer ehemaligen Lagerhalle zu Rundfunkstudios und Redaktionsräumen ermöglicht.

Clara und Robert, Düsseldorf (slapa oberholz pszczulny | sop GmbH & Co. KG)

Neubau zweier Bürogebäude. Die Entscheidung die beiden Bürogebäude entgegen den ursprünglichen Festsetzungen des Bebauungsplans gegeneinander versetzt und in Ausrichtung der das Grundstück begrenzenden Straßen anzuordnen, wird von der Jury als städtebaulich konsequente Lösung beurteilt. Durch diese Anordnung wird sowohl die Ausbildung zweier attraktiver Stadtplätze für die Nutzer als auch ein wirksamer Schallschutz für die hinter dem Komplex beginnende Wohnbebauung geschaffen. Positiv gesehen werden auch der Erhalt und die Integration des historischen Saarhauses als Eingangsbauwerk, das eine eindeutige Adressbildung des Gesamtkomplexes ermöglicht.

Neubau eines Büro- und Laborgebäudes mit Abfüllbetrieb, Düsseldorf (SOHOarchitekten)

An einem heterogen bebauten Gewerbestandort wurde ein markantes Büro- und Laborgebäude mit Abfüllbetrieb gestaltet. Architektonisch präsent ist das kopfseitig zur Straße ausgerichtete dreigeschossige Büro- und Laborgebäude. Direkt angeschlossen wird ein einfacher, dunkel gestalteter Hallenkörper, der die eigentliche Produktherstellung ermöglicht. Die Fassade ist ausgesprochen klar strukturiert und entfaltet mit dem Eingang eine ruhige und repräsentative Wirkung.

Schüco Ausbildungswerkstatt, Bielefeld (tr.architekten)

Die Planungslösung entstand einerseits aus einer dreiseitig durch andere Produktionsbauten eingeengten Bestandssituation mit einer früher gänzlich anderen Nutzung, andererseits aus der frühzeitigen Einbeziehung der betrieblich Beteiligten einschließlich der Auszubildenden. Ergebnis ist eine helle und freundliche Ausbildungswerkstatt für die technischen Auszubildenden.

K3 – CITYPASTORAL, Siegen (KEGGENHOFF I PARTNER)

Ehemaliges Ladenlokal. Das K3 CityPastoral Siegen bringt auf vorbildliche Weise neues Leben und neue Arbeit an einen Ort, aus dem sich der Einzelhandel zurückgezogen hat. Die Einrichtung soll die Pastoralarbeit näher an den Menschen und ihr städtischen Alltagsleben heranrücken.

Quelle: mbwsv.nrw.de

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