Entscheidung der Volksbanken macht den Weg frei für exportorientierte Unternehmen in den Iran

Artikel bewerten
(41 Stimmen)
Entscheidung der Volksbanken macht den Weg frei für exportorientierte Unternehmen in den Iran Olaf Lies - olaf-lies.de - Thiemo Jentsch
(BWP) Die Hannoversche Volksbank kann jetzt wieder Geldgeschäfte zwischen niedersächsischen und iranischen Unternehmen abwickeln. Das ist die Botschaft der Bank in einem Gespräch zwischen dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies und dem Sprecher des Volksbank-Vorstandes, Jürgen Wache. Vorausgegangen war die Wiederaufnahme der Korrespondenzbankverbindung der DZ Bank zu zwei iranischen Banken.

Minister Lies erklärt dazu: „.Ich sehe in den Handelsbeziehungen zwischen Niedersachsen und dem Iran ein ganz großes Potential, das bisher trotz des Wegfalls der meisten Handelssanktionen gegen den Iran bei weitem noch nicht ausgeschöpft werden konnte. Denn die allermeisten deutschen Kreditinstitute sind immer noch sehr zurückhaltend damit, die notwendigen Finanztransfers abzuwickeln. So ist schon manches gute Geschäft in den vergangenen Monaten daran gescheitert, dass eine simple Geldüberweisung nicht möglich war. Ich freue mich sehr über die Entscheidung der Hannoverschen Volksbank, hier im wahrsten Sinne des Wortes den Weg frei zu machen für Iran-Geschäfte niedersächsischer Unternehmen. Über die DZ Bank als Teil der Genossenschaftlichen Finanzgruppe ist die Abwicklung von Iran-Geschäften auch für andere Volksbanken und Raiffeisenbanken möglich. Wünschenswert wäre der Wiedereinstieg ins Iran-Geschäft natürlich auch für die anderen regionalen Institute."

Wache sagte nach dem Ministergespräch: „Wir sind sehr gut darauf eingestellt, die niedersächsische Wirtschaft professionell im Auslandsgeschäft zu unterstützen. In den Handelsbeziehungen mit dem Iran steckt ein großes Wachstumspotential, insbesondere für die mittelständischen niedersächsischen Unternehmen. Wir sollten alle gemeinsam daran arbeiten."

Hintergrund: Iran war wegen seines Atomprogramms fast zehn Jahre lang mit internationalen Wirtschaftssanktionen belegt. Folge war auch ein Absinken des deutschen Exportvolumens in Höhe von 4,3 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf noch zwei Milliarden Euro zehn Jahre später. Die Zahlen für Niedersachsen sind im selben Zeitraum von 624 Millionen auf noch 100 Millionen Euro gesunken. Die Sanktionen sind nun, nach den erfolgreichen E3+3-Verhandlungen, größtenteils weggefallen. Der Iran gehört mit seinen 80 Millionen Einwohnern zu den 20 stärksten Volkswirtschaften weltweit. Infolge des Embargos besteht im Iran derzeit in vielen Bereichen großer Modernisierungs- und Nachholbedarf. Dies gilt beispielweise auf den gerade für Niedersachsen besonders interessanten Feldern Maschinenbau, Medizintechnik, auf dem Mobilitätssektor, Ernährungswirtschaft, Landmaschinenbau, Erneuerbare Energien, Erdgasförderung, Infrastruktur und Ernährungswirtschaft. Wie jedoch niedersächsische Unternehmer berichtet haben, existierte trotz des weitgehenden Embargostopps derzeit noch ein Hemmnis, um in großem Umfang Geschäfte mit iranischen Partnern zu realisieren. Gerade größere deutsche Banken halten sich noch sehr stark zurück, die notwendigen Finanztransfers abzuwickeln - das reicht von Kreditgeschäften bis hin zu schlichten Überweisungen. Der Grund liegt offenbar darin, dass deutsche Banken wegen weiterhin bestehender Vorbehalte in den Vereinigten Staaten ihre USA-Geschäfte gefährdet sehen, wenn sie in das Iran-Geschäft einsteigen. Minister Lies hat deshalb den Kontakt zur eher regional aktiven Hannoverschen Volksbank gesucht, die bereits über Erfahrungen zu Finanztransfers mit dem Iran verfügt und so eine gute Alternative für niedersächsische Unternehmen bieten kann. Im vergangenen Jahr hatte Minister Lies mit der bis dahin größten niedersächsischen Wirtschaftsdelegation überhaupt den Iran besucht. In diesem Jahr wird auch der Ministerpräsident nach Teheran reisen, Minister Lies wird im kommenden Herbst im Rahmen einer weiteren Delegationsreise eine niedersächsische Repräsentanz in der iranischen Hauptstadt eröffnen.

Quelle: mw.niedersachsen.de

Schreibe einen Kommentar

Schreiben Sie hier Ihren Kommentar zum o. g. Artikel. Beachten Sie, dass wir unseriöse Kommentare, Beleidigungen, Werbung, etc. nicht freischalten. Das Team vom BundesWirtschaftsPortal distanziert sich öffentlich und rechtlich von allen publizierten Pressemeldungen und Kommentaren. Es spiegelt nicht die Meinung der Redaktion.