Fraktion DIE LINKE: Ausbildungsgarantie bleibt Lippenbekenntnis – auch für geflüchtete Jugendliche

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Fraktion DIE LINKE: Ausbildungsgarantie bleibt Lippenbekenntnis – auch für geflüchtete Jugendliche Miriam Strunge - linksfraktion-bremen.de - red kangaroo media
(BWP) „In den letzten Jahren ist die Situation auf dem Ausbildungsmarkt kontinuierlich schlechter geworden, und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Die vom Senat mit großer Geste verkündete ‚Ausbildungsgarantie‘ ist bislang nur ein Lippenbekenntnis. Einzelne Angebote für geflüchtete Jugendliche ändern nichts daran, dass auch hier für die meisten kaum eine Ausbildungsperspektive besteht“, so Miriam Strunge, ausbildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE.  

Der Senat beantwortete am Dienstag die Große Anfrage der Linksfraktion ‚Allgemeine Ausbildungssituation und Angebote für geflüchtete Jugendliche mit Ausbildungsbedarf‘. Die Daten ergänzen die Antwort auf die Kleine Anfrage ‚Ausbildungsbetriebe im Land Bremen‘. „Die Problemlage ist eindeutig“, so Strunge. „Zwischen 2010 und 2015 ist die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse um 200 gefallen, die der betrieblichen Ausbildungsverhältnisse sogar um 300. Bei den SchulabgängerInnen sinkt die Zahl derjenigen, die in Berufsfachschulen wechseln, und es steigt die Zahl derjenigen, von deren Verbleib man nichts weiß. Die Zahl der ausbildenden Betriebe hat von 2010 auf 2013 um 120 Betriebe abgenommen. Rund 3.000 Betriebe im Land Bremen, die zumindest zeitweise ausgebildet haben, machen das nicht mehr. Die geflüchteten Jugendlichen, die jetzt nach Bremen und Bremerhaven kommen, treffen auf eine Ausbildungssituation, die bereits stark defizitär ist. Die bisherigen Anstrengungen, auch für sie Ausbildungsplätze bereit zu stellen, reichen hinten und vorne nicht aus. 21 zusätzliche Ausbildungsplätze im öffentlichen Dienst und 320 in Aussicht gestellte Ausbildungsplätze in privaten Betrieben sind nicht genug, um eine weitere Verschärfung des Ausbildungsnotstands zu verhindern.“  

Strunge weiter: „Die Programme der Ausbildungsgarantie, so der Senat, sind für alle Jugendlichen ‚nachrangig‘ zu den ‚Möglichkeiten des SGB II‘. Dass Vermittlung in unqualifizierte Arbeit vor Ausbildung geht, ist ein Offenbarungseid. Völlig unhaltbar ist die Situation für Jugendliche, die aus sog. ‚sicheren Herkunftsstaaten‘ kommen. Für sie gilt ein Arbeits- und Ausbildungsverbot, selbst im Fall der Duldung. Jugendliche aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Ghana, Kosovo, Mazedonien, Montenegro, Senegal, Serbien, demnächst womöglich noch Tunesien, Algerien und Marokko, haben keine Chance auf Integration durch Arbeit und Ausbildung. Wir fordern den Senat eindringlich auf, sich auf Bundesebene dringend dafür einzusetzen, dass auch diese Jugendlichen ihr Recht auf Ausbildung bekommen.“  

Quelle: linksfraktion-bremen.de

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