Der Parketthandel an der Frankfurter Börse / Früher wurde an der Börse noch auf dem Parkett gehandelt

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Der Parketthandel an der Frankfurter Börse / Früher wurde an der Börse noch auf dem Parkett gehandelt Deutsche Börse Group
(BWP) In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit der Frage, was genau eigentlich der Parketthandel an der Börse Frankfurt ist. Im Allgemeinen unterscheidet man zwischen Präsenz- und Computerhandel. Beim Präsenzhandel suchen Händler, die sich vorher bei der Börse über Ihren Arbeitgeber, der meistens eine Bank oder eine Versicherungsgesellschaft ist, registriert haben, einen Abnehmer für Ihre Produkte oder suchen selbst Aktien im Namen Ihrer Kunden. Im Computerhandel, der an der Börse Frankfurt XETRA heißt, wird über ein Netzwerk mit Aktien gehandelt. Durch die Erfindung des Computers hat der XETRA-Handel den klassischen Parketthandel inzwischen vollständig verdrängt.

So genau läuft der Parketthandel ab

Wenn man an Parketthandel denkt, fallen einem wild gestikulierende, schreiende Broker ein, die sich gerade freuen, weil es bergauf geht oder mit weit vor Schrecken geöffneten Augen vor Ihren Computern sitzen, weil es gerade steil bergab geht. Dabei schreien Sie sich quer über das ganze Parkett Angebote zu, um einen guten Preis für Ihre Kunden zu erreichen. Diese Vorstellungen haben sehr viel mit der Realität zu tun. Zumindest früher. Seit 2011 gibt es, bedingt durch einen Software-Wechsel und dem schon weiter oben beschriebenen Siegeszug des Computerhandels, keinen Parketthandel mehr. Früher saßen Broker an Ihren Computern und blickten auf eine ganze Reihe von Bildschirmen, um abschätzen zu können, welche Aktien gerade gekauft, und welche verkauft werden sollten. Hatten Sie eine gute Aktie identifiziert, riefen Sie dem entsprechenden Kollegen die Menge zu, die Sie gerne kaufen würden. Dieser Handel, genannt Trade, wird dann in ein Buch eingetragen und so besiegelt.

Neueste Entwicklungen im Parketthandel

Der Parketthandel unternahm mehrere Versuche, um den Bedeutungsverlust durch den elektronischen Computer-Handel zuvor zu kommen. Der erste Versuch war der sogenannte Abendhandel. Hierbei verlängerte die Börse die Präsenzzeit beim Parketthandel von 17.30 Uhr auf 20.00 Uhr. Dies sollte vor allem berufstätige Anleger motivieren, nach dem Arbeitstag noch ein paar Trades zu tätigen. Diese Form setzte sich aber nicht durch, durchschnittlich etwa zehn Prozent des gesamten Tagesumsatzes wurden in dieser Zeitspanne erreicht. Auch bei den Banken und Versicherungen stieß diese Form des Handels auf Ablehnung, da die Institute so Ihre Angestellten zwei Stunden länger bezahlen mussten oder sogar auf Schichtdienst ausweichen mussten. Der zweite Versuch bestand darin, Feiertage abzuschaffen. Die Händler des Parketthandel an der Börse Frankfurt mussten an Fronleichnam, Pfingstmontag und am Tag der Deutschen Einheit arbeiten. Zudem wurde die Arbeitszeit deutlich verlängert, im Jahre 1998 fand der Parketthandel nur von 10.30 Uhr bis 13.30 Uhr statt.

Bedeutung des Parketthandels an der Börse Frankfurt

Trotz der Abschaffung des Handels auf dem Parkett darf die Bedeutung hiervon nicht unterschätzt werden. Die Verdrängung durch den Computerhandel setzte erst ein, nachdem sich der Computer im allgemeinen Gebrauch der Menschheit durchgesetzt hat. Da es vorher keine Computer gab, mussten die Aktien tatsächlich so gehandelt werden, damit jeder die Chance hat, eigene Aktien zu erwerben. Dies geschah noch über ein Telefon und das schon erwähnte Handelsbuch, dass mit der Einführung des Computers ebenfalls verdrängt wurde. Zudem stellt der Parketthandel eine Form dar, wie jeder die Börse erleben kann. Die Bilder der Händler, die 2008 beim Crash der Bank Lehman Brothers geschockt auf Ihren Bildschirm schauen, wird keiner so schnell vergessen. Mit dieser Form des Handels kann jeder, selbst wenn er nicht die entsprechende Qualifikation besitzt, den Handel live durch das Fernsehen miterleben und nachvollziehen, was genau hier passiert. Dies trägt auch zur Faszination der Börse bei.

Quelle: verbraucher-tipps.com

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